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Ein Stück fränkische Geschichte

Aktualisiert: 22. Jan. 2023

Für viele mag es nur eine andere Form einer Weinflasche sein. Für Franken und die dort lebenden, meist begeisterten Weintrinker, geht es um viel mehr als nur eine Flasche. Es geht um ein Stück Heimatkultur und mehr als 250 Jahre alte Geschichte.



Schon seit mindestens 250 Jahren dient der Bocksbeutel in fränkischen Weinbetrieben als das Behältnis schlechthin. Primär nur für Weine vom Würzburger Stein, bis 1728 der Stadtrat Würzburgs entschied, die besten Frankenweine in Bocksbeuteln abzufüllen. Der Beginn einer langen Tradition, die noch heute festen Bestand in Würzburg hat. Die Herkunft dieser besonderen Flasche reicht jedoch deutlich weiter in die Vergangenheit zurück.


Der Name Bocksbeutel kann, soweit sich die Historiker einig sind, auf das niederdeutsche Wort Bücherbeutel (Booksbüdel) zurückgeführt werden. Dabei handelte es sich um einen beutelartigen Überzug von Gebets- und Gesangsbüchern, welches häufig von Ratsherren mitgeführt wurde. Alternative Theorien besagen, dass die Form des Bocksbeutels dem männlichen Geschlechtsorgan, besser gesagt dem Hoden eines Ziegenbocks, nachempfunden wurde. Da in der griechischen Mythologie die Ziege als Begleittier des Weingottes galt, passt diese Herkunftsvermutung doch sehr gut zur eigentlichen Verwendung des Bocksbeutels.


Welche der beiden Geschichten auch stimmen mag, unbestritten ist, dass der Bocksbeutel heute als regionales Qualitätsmerkmal für Weine aus bestimmen Anbauregionen steht. So dürfen laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs nur Weine aus Franken und bestimmen Teilen Badens in einen Bocksbeutel abgefüllt werden.


Wir empfehlen Ihnen bei Ihrem nächsten Weineinkauf die Augen offen zu halten. Vielleicht entdecken Sie die ein oder andere Spezialität aus Franken, die schöne Erinnerungen an die Zeit in Würzburg "aufleben" lässt...




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